Hegel, Marx und Engels

Eine Sache, über die jemand nach geltender Rechtsnorm verfügen kann. Umgang mit Eigentum und Verpflichtungen, die damit verbunden sind, haben Philosophen aller Jahrhunderte stark beschäftigt. Zwei Positionen sind bis heute sehr mächtig:

Die Philosophie Hegels, die besagt, dass Privateigentum die Voraussetzung von Freiheit ist;

und die Theorie von Karl Marx, dass Privateigentum die Voraussetzung für Ausbeutung, Entfremdung und Unterdrückung bedeutet.

In der neuzeitlichen Diskussion um Eigentum stehen Aspekte wie „Verteilungsgerechtigkeit“ und „Chancengleichheit“ im Vordergrund.

www.bayern2.de Glossar zu Ethik und Philosophie

 

«Ihr entsetzt euch darüber, daß wir das Privateigentum aufheben wollen. Aber in eurer bestehenden Gesellschaft ist das Privateigentum für neun Zehntel ihrer Mitglieder aufgehoben; es existiert gerade dadurch, daß es für neun Zehntel nicht existiert. Ihr werft uns also vor, daß wir ein Eigentum aufheben wollen, welches die Eigentumslosigkeit der ungeheuren Mehrzahl der Gesellschaft als notwendige Bedingung voraussetzt. Ihr werft uns mit einem Worte vor, daß wir euer Eigentum aufheben wollen. Allerdings das wollen wir

(Karl Marx und Friedrich Engels ‚Manifest der Kommunistischen Partei, MEW 4, S. 477)

 

Quelle: Oxfam-Studie


 

Da hat der alte Henry Ford wohl etwas mißverstanden, als er sagte:
"Der oberste Zweck des Kapitals ist nicht, mehr Geld zu schaffen, sondern zu bewirken, dass sich das Geld der Verbesserung des Lebens widmet."


 

 Der moralischer Unternehmer??

Adam Smith, Wirtschaftsphilosoph um die Mitte des 18. Jahrhunderts, baute darauf, dass Unternehmer, so sie optimal für sich sorgen, optimal für die Gesellschaft tätig sind: Beide Teile profitieren vom Ertrag des arbeitenden Eigentums. Wohlstand war nach Smith das System, das der natürlichen Freiheit entsprach. Weniger zuversichtlich war der Befund von Karl Marx (1818-1883), der in ungebremster, eskalierender Profitgier eine Kraft erkannte, die Charaktere deformieren und das Ethos vermögender Akteure sabotieren kann. Der Wirtschaftssoziologe Max Weber (1864-1920) glaubte ähnlich wie Smith, dass am Uranfang des Kapitalismus der moralische Unternehmer stand, der sich mit kapitaler Frömmigkeit allein der Maximierung des Mehrwerts widmete. Eigentum verpflichte den Unternehmer quasi religiös, er will nichts anderes, als sich und damit vielen zu dienen.

Laut erschallt nun der Ruf nach mehr Aufsicht, Umsicht, Einsicht, Rücksicht. Umgesetzt werden kann diese Forderung wohl erst, wenn weitaus mehr demokratisches und wirtschaftliches Bewusstsein bei der Mehrheit entsteht, und schon an den Schulen unterrichtet wird. Sonst bleiben die Sätze vom Eigentum, das verpflichtet, Verfassungspoesie.

auszugsweise aus dem TAGESSPIEGEL vom 20.10.2008

Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen »Dies gehört mir« und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wieviel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: »Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört«.

 Jean-Jacques Rousseau schweizerischer Philosoph, Schriftsteller und Staatstheoretiker* 28.06.1712 - Genf, Schweiz † 02.07.1778 - Ermenonville bei Paris, Frankreich