Fünf Lügen der Rentiers

Le Monde diplomatique November 2017

Mit welchen Argumenten die Rentiers ihre enormen Reichtümer rechtfertigen:

Lüge 1

Die Behauptung der globale Kapitalismus basiere auf freien Märkten

Lüge 2

Die Behauptung, geistige Eigentumsrechte würden Unternehmen und Investoren ermutigen, Risiken einzugehen.
Viele patentierte Erfindungen beruhen auf öffentlich geförderter Forschung

Lüge 3

Die institutionelle Struktur des Kapitals, die das Zeitalter der Globalisierung hervorgebracht hat, ist gut für das Wachstum

Das Gegenteil trifft zu: Diese Struktur hat das Wirtschaftswachstum eher behindert und wo ein Wachstum zu verzeichnen war, war es weniger nachhaltig und mit steigenden ökologischen Kosten verunden

Lüge 4

Die Gewinne spiegeln die Effizienz des Managements und sind die Antwort auf dessen Risikobereitschaft.

In Wirklichkeit kommen die höheren Gewinne nur den Beziehern von Renteneinkommen zugute. Und ein Großteil dieser Gewinne hat mit Finanzanlagen zu tun oder mit geistigen Eigentumsrechten oder den vielfältigen Subventionenn zugunsten des Kapitals. Auf die Spitze getrieben wird diese Bevorzugung mit dem undemokratischen Investor-Staat-Streitschlichtungsverfahren (ISDS), das multinationalen Konzernen eine Art Versicherung gegen jegliche Änderung der Regierungspolitik bietet, die ihre Gewinne schmälern könnte.

Lüge 5

Moderner OnlineKapitalismus

Die Profitmaximierung der online-Plattformen beruht einerseits auf dem Besitz eines technologischen Apparates, der durch Patente und andere geistige Eigentumsrechte geschützt ist. Und auf der zusätzlichen Ausbeutung der Arbeitskräfte, die 20% oder mehr ihrer Einnahmen an die Vermittler abgeben müssen.