Glossar

nach Bayrischen Rundfunk Radio Wissen Ethik und Philosophie

Akkumulation

bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt „Anhäufung“. Im Wirtschaftszusammenhang wurde der Begriff von Nationalökonomie und Marxismus geprägt und bezeichnet demnach die Anhäufung von Reichtum, vor allem von Produktionsmitteln.

Eigentum

Eine Sache, über die jemand nach geltender Rechtsnorm verfügen kann. Umgang mit Eigentum und Verpflichtungen, die damit verbunden sind, haben Philosophen aller Jahrhunderte stark beschäftigt. Zwei Positionen sind bis heute sehr mächtig: Die
Philosophie Hegels, die besagt, dass Privateigentum die Voraussetzung von Freiheit ist; und die Theorie von Karl Marx, dass Privateigentum die Voraussetzung für Ausbeutung, Entfremdung und Unterdrückung bedeutet. In der neuzeitlichen
Diskussion um Eigentum stehen Aspekte wie „Verteilungsgerechtigkeit“ und „Chancengleichheit“ im Vordergrund.

 

Kapitalismus

Begriff, der in seiner aktuellen Bedeutung durch Karl Marx (s. Marxismus) geprägt wurde. Demnach ist der Kapitalismus eine Wirtschaftsform, die ausschließlich auf die Maximierung des Gewinns abzielt. Dabei befinden sich die Produktionsmittel im
Privatbesitz, die Eigentümer steuern das Wirtschaftsgeschehen über die Prinzipien des Marktes.

 

Marxismus-Leninismus

Ökonomisch-gesellschaftliche Theorie, begründet von Karl Marx (1818-1883) undFriedrich Engels (1820-1895). Eine zentrale These ihrer kritischen Gesellschaftstheorie lautet: „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“. Demnach ist der Mensch das Resultat seiner eigenen Arbeit. Unter den Bedingungen des Privateigentums und des Kapitalismus müsse der Mensch allerdings entfremdet von sich leben und werde ausgebeutet. Wichtigstes Werk: „Das Kapital“, 1867 veröffentlicht. Aus Marx’ und Engels’ Kritik der politischen Ökonomie wurde der Sozialismus begründet. Der Marxismus-Leninismus (nach Karl Marx und dem Sowjetführer Wladimir Iljitsch Lenin, 1870-1924) wurde zur Ideologie zahlreicher Staaten, vor allem in Osteuropa.

 

Neoliberalismus

Wirtschaftspolitische und sozialphilosophische Theorie des 20. Jahrhunderts, nach der alle ökonomischen Prozesse über den Markt, d. h. über einen möglichst freien Wettbewerb, gesteuert werden sollen. Jegliche Formen von Staatsinterventionen in Form von Subventionen oder Planwirtschaft werden abgelehnt. Der Staat soll nur dazu dienen, die Rahmenbedingungen für den freien Wettbewerb zu schaffen und zu erhalten.

 

Polis

(auch Stadtstaaten)
Polis bedeutet aus dem Griechischen übersetzt „Stadt“ oder „Burg“. Im antiken Griechenland (Blütezeit 6.-4. Jhd. v. Chr.) war damit der Stadtstaat gemeint, bzw. die Gemeinschaft ihrer Bürger (Politen). Die Zugehörigkeit war festgelegt durch feste
soziale und ethnische Kriterien; Sklaven und Fremde gehörten nicht dazu. In einer Ethik und Philosophie Eigentum
Verfassung waren die Rechte und Pflichten der Bürger festgelegt, alle wichtigen politischen Fragen wurden von der Volksversammlung behandelt und entschieden. Zu den bedeutendsten Stadtstaaten zählten Sparta und Athen.


Prosperität

Lateinisch für Wohlstand und Erfolg. In der Wirtschaft bedeutet Prosperität eine Phase des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs.


Sozialismus

Gesellschaftstheorie, die als Gegenmodell zum Kapitalismus entwickelt wurde. Nach marxistischer Lehre ein Zustand des Übergangs von der kapitalistischen zur marxistisch-kommunistischen Gesellschaft. Der freiheitliche oder demokratische Sozialismus fordert eine Gesellschaft, die vor allem die freie Entfaltung des Individuums, die Gültigkeit der Grundrechte und die demokratische Mitbestimmung
fördert. Nachteile der ungleichen Eigentums- und Einkommensverteilung sollen durch den Staat möglichst aufgehoben werden.


Steuern

Abgaben, die öffentlich-rechtliche Gemeinwesen (der Staat, aber auch die Kirchen u.a.) zwangsweise einfordern zur Deckung des öffentlichen bzw. staatlichen Finanzbedarfs. Steuern sollen staatliche oder andere öffentliche Leistungen für das Gemeinwohl finanzieren (Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, Krankenhäuser, Straßenbau etc.), dem Schutz von Privatpersonen und deren Eigentum (Polizei etc.) oder der Erfüllung von Gemeinschaftsaufgaben (Versorgung von Arbeitslosen, Alten etc.) dienen. Steuern sind die größte Einnahmequelle des Staates.


Zinsen

Lateinisch ‚Zensus’, Abgabe. Zinsen werden bezahlt als Preis für die Überlassung von Geld oder Kapital. Zinseszinsen sind demnach Zinsen, die entstehen, wenn fällige Zinsen nicht bezahlt, sondern dem Kapital hinzugefügt- und zusätzlich verzinst werden. Zinsen können entweder Erträge sein (aus Geld, das anderen überlassen wurde) oder Abgaben (z.B. Kreditzinsen für geliehenes Geld).

Previous page: Literatur Verweise Next page: Personen