Soziale Ungleichheit

Dazu findet man bei der Bundeszentrale für politische Bildung folgendes:

Eine Gesellschaft rückt auseinander
Gewisse Grundformen sozialer Ungleichheit finden sich in allen Gesellschaften: Mächtige können ihren Willen gegenüber Ohnmächtigen durchsetzen, Wohlhabende leben angenehmer als Arme, Angesehene werden verehrt, Verachtete gemieden. Freilich unterscheiden sich Art und Ausmaß sozialer Ungleichheiten in verschiedenen Gesellschaften beträchtlich.

In vielen hochentwickelten Gesellschaften wachsen die sozialen Ungleichheiten: Gering Qualifizierte haben es immer schwerer, eine Erwerbstätigkeit zu finden. Die Integration vieler Zuwanderer wird schwieriger. Arbeitslosen fehlt es an Geld, Selbstachtung und Anerkennung. Immer mehr Menschen gelten als arm. Die einst tonangebenden und politisch stabilisierenden Mittelschichten schrumpfen. Die Zahl der hoch Qualifizierten und der gut Verdienenden wächst.

Soziale Ungleichheiten betreffen auf der einen Seite die alltäglichen Lebenschancen und Erfahrungen der Einzelnen. Andererseits schaffen soziale Ungleichheiten aber auch gesellschaftliche Probleme und politische Auseinandersetzungen, die über die Lebenswelt der einzelnen Menschen hinaus reichen. Die gesellschaftliche und politische Bedeutung sozialer Ungleichheit lässt sich daher kaum überschätzen. Bezeichnenderweise waren es nicht zuletzt Probleme sozialer Ungleichheit, die bereits im 19. Jahrhundert dazu führten, dass die Soziologie als eigenständige Wissenschaftsdisziplin entstand.
und weiter hier

 


Inhaltsverzeichnis von Wikipedia:

1 Allgemeines
2 Bestimmungsfaktoren
3 Geschichte
4 Auswirkungen
4.1 Soziale und politische Auswirkungen
4.2 Ökonomische Auswirkungen
5 Soziale Ungleichheit in Deutschland
5.1 Einkommensverteilung
5.1.1 nach sozialer Schicht
5.1.2 nach Region
5.1.3 Gerechtes Einkommen – Wahrnehmung und Wirklichkeit
5.1.4 Höchstlohn-Debatten (2007)
5.1.5 Mindestlohn-Debatte (2011)
5.2 Vermögensverteilung
5.3 Bildung
5.4 Gesundheit
5.5 Sozialräumliche Trennung
6 Soziale Ungleichheit in Großbritannien
7 Soziale Ungleichheit in den USA
8 Soziale Ungleichheit weltweit
9 Messung der sozialen Ungleichheit
10 Siehe auch
11 Literatur
12 Weblinks
13 Einzelnachweise

zum Wikipedia-Beitrag

Zur sozialen Ungleichheit in Brasilien (Jungle World)

Harry G. Frankfurt: "Ungleichheit. Warum wir nicht alle gleich viel haben müssen", aus dem amerikanischen Englisch von Michael Adrian, Suhrkamp Verlag 2016, 107 Seiten

Dieses Buch muss man wohl eher nicht lesen, denn die Kritik im Deutschlandfunk sagt u.a. folgendes:

Dem Autor geht es eher darum, den aus der Ungleichheitsdebatte häufig folgenden Umverteilungsreflex zu stoppen: Die Armen, darauf läuft seine Argumentation hinaus, haben nicht automatisch etwas davon, dass man die Reichen ärmer macht.

"Aus moralischer Perspektive ist es nicht wichtig, dass jeder dasselbe hat. Was moralisch zählt, ist, dass jeder genug hat. Wenn jedermann genügend Geld hätte, würde es niemanden besonders interessieren, ob manche Leute mehr Geld hätten als andere."

Klingt vielleicht zunächst plausibel, wird aber von der Tatsache widerlegt, dass die Menschheit so einfach nicht funktioniert und von dem kleinen Manko, dass der Kapitalismus tagtäglich daran arbeitet, diese These zu widerlegen. Wo Grundbedürfnisse befriedigt sind, schafft er ständig neue Begehrlichkeiten. Alles in allem aber hält sich die Provokation von Frankfurts These doch in Grenzen. Das Ärgerliche ist, dass der emeritierte Philosophie-Professor seine Erkenntnis auf den folgenden 98 Seiten nahezu ad ultimo wiederholt, ohne sie mit neuen Erkenntnissen anzureichern. Die Stoßrichtung mag 1987, als ein wesentlicher Teil dieses Essays in ganz ähnlicher Form zum ersten Mal erschienen ist, in einem wesentlich linkeren akademischen Mainstream provokativ und erfrischend gewesen sein. ....

Einige zarte Denkanstöße zum Thema Gleichheit liefert der Autor aber doch. Als Argument dafür, dass mehr Geld auch die Reichen nicht glücklich macht, wird häufig das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens angeführt. Will heißen: Das vierte Schnitzel schmeckt bei Weitem nicht mehr so gut wie das erste. Woraus die Freunde der Gleichheit die Berechtigung zur Umverteilung ableiten, denn dadurch würde sich der Gesamtnutzen aller erhöhen. Frankfurt wirft zu Recht ein:

"Es ist sehr gut möglich, dass Geld wegen seiner grenzenlosen Vielseitigkeit von dem Phänomen des unablässig sinkenden Grenznutzens ausgenommen ist."